11. September, 2019
Markus
Ü40

Intensiver, gefühlsechter Fußballsport

THC Franziskaner - TSV Mariendorf 1897 II

Murat

Veysel

Joscha%O

Nico

Stepan%O

Ian

Müse%O

Jörg

Serge

Khaled%O

Fabi

Endstand: 2:3 (1:2)

Bank:

Ralf, Mike, Mohamed, Kinni

Schiedsrichter:

Detlef Köhler

Spielort:

Lobeckstraße

Spielbericht:

Pokalspiel, zweite Runde. Kann man locker angehen. Wir sind ja schon wer. Mitte der Woche stand noch zu befürchten, dass wir keine elf Mann auf den Platz bekommen. Bei Anpfiff haben wir eine geile Truppe und Bank am Start.
Mariendorf ist zwar höherklassig. Doch das hat unserem Gegner in der ersten Runde auch nichts genützt.

Schon nach wenigen Minuten ist klar: Das wird ein intensives Spiel. Der Gegner kann kicken. Wenn es was werden soll heute, müssen wir den einen Schritt mehr machen. Das tun wir.

Wir lassen uns in der gegnerischen Hälfte und auch im Strafraumraum sehen. Gehen vorne drauf. Mariendorf kann sich meist spielerisch befreien und strahlt Gefahr aus.

Den ersten Punch setzen jedoch wir! Und wie. Ja leck doch du mich am… Was für eine Pranke von Nico! Waren es 30 Meter? Der Ball segelt und segelt… und während sich alle noch fragen, wohin denn, schlägt er plötzlich links oben im Dreieck ein. Mindestens ein Tor des Monats. 1:0 (30. Minute).

Die Freude hält leider nicht lange. Zwei Minuten später schlägt Mariendorf aus dem linken Halbfeld eine Flanke tief in den Strafraum und über unsere Abwehr hinweg. Wir stehen nicht ideal, der gegnerische Stürmer nimmt den Ball schön an und haut ihn unhaltbar in die Maschen. 1:1 (32.).

Viel Zeit zum Ärgern bleibt nicht. Mariendorf entwickelt weiter Druck, wir sind präsent, auch vorne. Kini spielt zur Abwechslung mal hinten und verliert keinen Ball und Zweikampf. Das Unentschieden geht bislang in Ordnung.

Kurz vor der Halbzeit gibt es Freistoß für Mariendorf. Ein Flachschuss aus rund 20 Metern wird immer länger, Fabian im Fallen auch. Er kratzt noch am Ball, doch leider ist er zu platziert: 1:2 (44.). So kurz vor Ende der ersten Hälfte ist das ärgerlich, aber Mariendorfs Führung ist nicht unverdient.

Die Halbzeitpause ist geprägt von Bananen und taktischen Analysen. Für beide gilt das Prädikat: Besonders wertvoll.

Die zweite Hälfte beginnt wie die erste endete: intensiv. Auf dem kleinen Lobeck hat man heute den Eindruck, dass der Ball jederzeit vor den eigenen Füßen und Räumen landen könnte. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum, wir müssen wach sein. Sind wir ja auch. Doch leider nicht in der 53. Minute. Bislang nutzen wir die neue Regel, dass man den Abstoß auch innerhalb des Strafraums annehmen darf, ganz ordentlich, um auch mal gepflegt von hinten rauszuspielen. Jetzt geht das schief. Ein Querpass und eine Unachtsamkeit im Strafraum zu viel, der Gegner schnappt sich den Ball und schiebt ein: 1:3.
Der eine oder andere denkt sich jetzt: Bloß nicht auseinanderfallen. Diese Sorge ist offensichtlich unbegründet. Denn drei Minuten später tritt Joscha einen Freistoß mit viel Gefühl Richtung Tor, der Ball senkt sich, fällt auf die Latte und von dort zurück in den Strafraum. Die Szenerie ist unübersichtlich, wer bekommt den Ball zuerst unter Kontrolle? Ian macht keine Kompromisse und trifft mit einem satten Schuss zum 2:3 (56.). Alles wieder offen.Wir spüren, dass hier noch was geht. Der letzte Pass könnte hier und da zwingender sein, die Laufwege besser. Der Anschlusstreffer zeigt beim Gegner jedoch Wirkung. Mariendorf verliert etwas den Faden und nutzt auch die Räume nicht, die wir hinten durch verstärkte Offensive anbieten. Oke managt draußen mit Markus und Chris und schickt einen Abwehrspieler nach vorne. 2:3 oder 2:4? Im Pokal ist das völlig egal. Jetzt ist es ein offener Schlagabtausch.

Wir erarbeiten uns gute, sogar sehr gute Chancen, nutzen sie aber leider nicht. Veysel spielt einen schönen Pass in die Spitze und murmelt vor sich hin: „wie Pirlo, wie Pirlo…“. Zum Ende hin schwinden nach einem laufintensiven Spiel auch die Kräfte und die Konzentration. Stephan hat eine Pferdelunge, aber selbst er ist jetzt durch … Ian muss noch ein hartes Foul weckstecken … Murat ignoriert bis zum Schusspfiff seine Rückenschmerzen… Das war ein Elfer! Der Schiri mag aber nicht. Das Ding will heute offenbar nicht mehr rein. Schlusspfiff.
Aus dem Pokal sind wir ausgeschieden, aber nach einem leidenschaftlichen Spiel. Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Niemand hat sich verletzt. Der Schiri hat ordentlich gepfiffen. Mariendorf war gut und fair. Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn sie nicht mit einigen Spielern ihrer ersten Mannschaft (deren zeitgleich angesetztes Pokalspiel ausgefallen ist) angetreten wären. Ob wir gegen Mannschaften, die Fußball spielen und nicht rumpeln, vielleicht auch selbst besser kicken?

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