26. November, 2019
Christo
Ü40

Der Puma im Tor

FC Grunewald – THC Franziskaner FC

Murat

Lars

Ercan

Nico

Ian

Stephan

Müse

Heiko

Susi

Daniel

Ahmed

Endstand: 2:2 (1:1)

Tore:

  • 0:1 Grunewald (4. Min)
  • 1:1 Ian (13. Min, Nico)
  • 1:2 Murat (88. Min, Handelfmeter)
  • 2:2 Grunewald (90. Min, Elfmeter)

Bank:

Khaled, Kini, Chris, Veysel, Hussi

Zuschauer:

Joscha, Daniele, Anne und Kids

Spielort:

Wiesbadener Str. 66

Spielbericht:

Als wir am Sportgelände ankommen, fällt es uns wieder ein: Letzte Saison war das ein Drecksspiel gegen einen (nicht nur sportlich) unangenehmen Gegner. Wie es heute laufen wird? Sechzehn Männer sind gespannt. Auch an einem kalten Sonntag morgen sind wir gut bestückt. Sind wir auch wach? Sind wir nicht.

Denn kurz nach Anpfiff liegt der Ball in unserem Netz. Eine Bogenlampe im Strafraum, der Ball senkt sich bedrohlich in der Nähe unseres Tors, prallt gegen den Pfosten, von dort etwas unglücklich gegen einen Franziskaner, drin: 0:1 (4.). Für den neutralen Zuschauer sicher sehr amüsant. Abhaken. Ist ja noch viel Zeit.

Wir haben es dann doch etwas eiliger. Nico behauptet den Ball im Zweikampf und passt zu Ian. Er läuft ein paar Schritte, sieht, dass er freie Bahn hat – und haut das Ding schnörkellos aus 20 Metern rein: 1:1 (13.). Eine wunderschöne Heldentat an seinem Geburtstag. Seine Familie kommt erst ein paar Minuten danach am Sportplatz an, aber Anne ahnt schon: „Er wird uns das schon noch ausgiebig nacherzählen…“

Es ist ein kleiner, sandiger Platz. Wenig Raum, wenig Zeit. Viele Ballverluste, selten mal eine Kombination über vier, fünf Stationen. Einmal gelingt uns eine schnelle Pass-Stafette und schon wird es nach einer Flanke von Lars an den langen Pfosten auch gefährlich.

In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit finden wir besser ins Spiel. Der Gegner streitet und brüllt sich an, wir gewinnen die wichtigen Zweikämpfe. Nach einer Flanke von Ian verbreitet Murat im Fünfmeterraum etwas Chaos. Grunewalds Torwächter (geiler Titel für einen düsteren Fantasyfilm) macht keine gute Figur, der Ball landet im Tor. Doch der Schiedsrichter verweigert leider den Treffer. Foul? Da war gar nichts.

Gefährlich – leider für uns – wird es vor allem dann, wenn wir Abstoß haben. Entweder gibt es zu wenig Anspielstationen oder wir finden sie nicht. So oder so spielen wir nicht sauber raus. Aus einer solchen Situation folgt nach einem Ballverlust eine zweite Bogenlampe, die tatsächlich wieder am Pfosten landet. Aber diesmal nicht im Tor, sondern in Ahmeds Händen.

Es ist ein hektisches Fußballspiel. Das war in der ersten Hälfte so. Und das ändert sich auch in der zweiten Halbzeit nicht. Jetzt erzielt auch Grunewald ein Tor, das abgepfiffen wird. War das wirklich abseits? Wir beklagen uns nicht.

Mit der Dauer des Spiels wird es etwas ungemütlicher. Ein paar Nickligkeiten hier und da. Auch wenn es insgesamt ein faires Spiel ist: Brüllende, selbstgerechte und handgreifliche Gegenspieler nerven. Der THC spielt mit Würde.

Wir sind häufig in der gegnerischen Hälfte, aber zu selten im Strafraum. Wie es gehen kann, zeigt Susi mit einem Zuckerpass auf Veysel, der in den Rückraum weiterleitet – Murat verpasst um Haaresbreite. Grunewalds Torwächter ist kein Gigant, wir prüfen ihn dennoch kaum. Auf der anderen Seite verhindert Müse mit einer grandiosen Rettungstat den Gegentreffer.

Die letzten Minuten des Spiels haben es in sich.

Nach einem Handspiel im Strafraum Grunewalds entscheidet der Schiri auf Elfmeter. Murat (der mit den Eiern vom letzten Spieltag) schnappt sich wieder den Ball – und zirkelt das Teil links oben ins Dreieck. Susi spricht aus, was alle denken: „Leck mich am Arsch, muss man sich erst mal trauen, den so zu schießen.“

Bei Wiederanpfiff sagt der Schiri die verbleibende Spielzeit an: Vier Minuten. Das werden wir ja wohl hinkriegen. Doch der Gegner drückt uns hinten rein. Kaum Entlastung. Es spielt sich alles im oder in der Nähe des Strafraums ab. Und dann kam die letzte Minute: Ein unachtsamer Zweikampf im Strafraum, großes Geschrei, Elfmeter. Darf nicht wahr sein.

Wenn er den jetzt hält… Ahmed bewegt sich schon in die linke Ecke, erkennt aber rechtzeitig, dass der Ball rechts unten anrauscht. Was dann folgt, ist eine Elfmeterparade sondergleichen: Geschmeidig wie ein Puma hechtet er rüber und lenkt den Ball mit den Fingerspitzen tatsächlich noch um den Pfosten. Hat man noch nicht gesehen. Willenlos. Ältere Männer, die Fäuste ballen und „Yes, Baby“ brüllen.

Das wäre ein schönes Ende… ist es aber nicht.

Der Schiri moniert tatsächlich, dass der Puma zu früh gezuckt hätte. Zuerst bekommt er die gelbe Karte (!), dann wird der Elfmeter tatsächlich wiederholt. Zweiundzwanzig Spieler auf dem Platz mit zig Jahren Fußball in den Beinen – es könnte für jeden gerade der erste wiederholte Elfer sein, den sie überhaupt erleben. Ausgerechnet in der letzten Spielminute nach so einer unfassbaren Parade. Jedenfalls: Dreckscheiße, die Wiederholung geht rein.

2:2. Schlusspfiff.

Zunächst überwiegt Enttäuschung. Dann wird allmählich klar: Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf und geht insgesamt in Ordnung. Auch wenn Ahmeds unfassbare Parade einen Sieg verdient gehabt hätte…

Dank an Joscha fürs Coachen sowie an Daniele, Anne und Kids für support (und Geburtstagskuchen!).

Samstag ist letztes Spiel der Hinrunde. Anschließend fröhliches Beisammensein im Franzi, quasi unsere Weihnachtsfeier.

Und denkt dran, am Sonntag um 20:15 den Tatort einzuschalten. Drehbuch: Oke!

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