28. September, 2016
Pille
Erste

Erste zeigt im zweiten Teil des Doppelspieltags ihr wahres Gesicht – verliert leider dennoch

Medizin F'hain vs. THC I, 26. 09. 2016

Alex

Mario%O

Philipp

Dani%O

Benni

Fabi%O

Konrad

Raack

Markus

Ben

Flo

Endstand: 1:0 (0:0)

Tore:

  • 0:1 #12 (75. Min)

Gelbe Karten:

Frieder

Bank:

Frieder, Hannes, Ramtin, Nino

Schiedsrichter:

Pluto

Zuschauer:

Kossi, Uwe, Pille, Joana, Edelfan aus der Ü40

Spielort:

Persiusstraße 7B

Spielbericht:

Mehr Cocktails als Punkte

Immer wenn Doppelspieltage an einem Wochenende anstehen, hoffen Teams auf sechs statt nur drei Punkten, große Sprünge innerhalb weniger Tage sind möglich. Auch wenn der Doppelspieltag am vergangene Wochenende noch ziemlich am Anfang der Saison stand, spielte der THC gegen zwei unmittelbare Konkurrenten, sechs Punkten waren also eine realistische Zielsetzung.

Böse gesprochen könnte man sagen, dass der Höhepunkt dann die Gratiscocktails am Samstagnachmittag waren. Zweimal verlor der THC 0:1, am Samstag gegen Adlershof (ABC), am Montag gegen Medizin Friedrichshain und zusammen mit der 2:3-Auftaktniederlage komplettierte das 0-Punkte-Wochenende den verpatzten Saisonstart. Doch um es vorweg zu nehmen: Es schaut auf dem Papier schlimmer aus als auf dem Rasen.

Das zeigte schon die Partie am Samstag. An den ABC erinnerten sich einige noch deswegen schmerzhaft, weil man im Juni bei 35 Grad eine 1:8-Klatsche kassierte. Viel mehr musste zur Motivation auch nicht gesagt werden. Zu Hause spielt der ABC auf kleinem Platz mit gefährlichen Diagonalbällen, doch es war klar, dass auf der großen Metro dieses Mittel sicher selten zu sehen sein wird. Die Trainer scouteten zudem in der Vorwoche, dass ABC mit Mann-Mann-Verteidigung in der Abwehr spielen würde. Der THC war gut eingestellt.

So sah es dann auch aus. Hinten war der THC gut eingestellt, die Innenverteidigung Alex und Chris hatten kaum Arbeit. Die Bälle kamen schnell auf die Doppelsechs (Pippo und Dani), doch dann zeigte sich das größte Manko der bisherigen Spiele: Von dort auf die 10 oder auf die Außenspieler zu kommen gelingt bisher viel zu selten. Mit Benni im Sturm erhoffte man sich zudem, Abklatscher zweitzuverwerten. Doch auch er sah kaum Bälle, dafür aber spürte er einige Ellenbogen im Nacken.

So blieb der THC zu harmlos. Eine gefährliche Aktion von Mario, als er eine scharfe Hereingabe direkt flach aufs Tor zog, wurde zurückgepfiffen. Abseits. Pippo hatte außerdem die Chance, im ersten Einsatz das erste Tor zu machen und seine fällige Kastenzahl auf 3 zu erhöhen. Das wäre dann aber Kossistyle gewesen und das wollte Pippo nicht, deshalb schoss er aus, herrlich von Ben auf außen freigespielter Lage, drüber.

Die Trainer warnten vor Schüssen aus zweiter ABC-Reihe. Sechs der acht Gegentore im Juni fielen so und auch das einzige am Samstag war ein herrlicher Schuss. Nachdem Frieder unmittelbar vor dem Pausenpfiff den ABC-Kapitän foulen musste, weil er sonst gefährlich nahe ans Tor gekommen wäre, setzte ABC den fälligen Freistoß an der Mauer vorbei in den rechten Winkel. 0:1.

Die zweite Hälfte war dann eine Mischung aus den beschriebenen Problemen und chaotischem Anrennen, sodass am Ende nichts Zählbares raussprang. ABC stand gut, der THC nutzte zu wenige Räume. Schön war nur noch das Wetter, das Bier unter der Sonne und die Spontanentdeckung von Captain Facklam: An der Metro wurde irgendwas gefeiert, jedenfalls gab es Gratiscoktails. Was wahrscheinlich für unschuldige Samstagnachmittageinkaufs-Familien gedacht war, endete damit, dass der THC den Laden komplett leertrank. Nunja.

Der neu gewählte Capitano mutierte dann am Ruhetag zum Angeber, als er die Whatsapp-Gruppe wissen ließ, das er im Schöneberger Sonntagmorgen locker auslaufen war. Dabei ist er vermutlich unter einem Messer durchgelaufen, denn seine am Montag präsentierte Frisur erinnerte nicht mehr an den Britalolover, sondern an einen gängigen Milwall-Hool.

So wie Dani war auch der THC am Montagabend nicht mehr wiederzuerkennen. Wir starteten bei Medizin mit so viel Tempo, so viel Ballsicherheit und flüssigen Kombinationen, die es in dieser Zahl in einer THC-Hälfte wohl lange nicht mehr zu sehen gab. „Mit sowas Gutem hatte ich hier gar nicht gerechnet“, sagte Pille, der verletzt zusah.

Der THC passte sich über die Sechser Benni und Pippo hervorragend von Flo bis ins Mittelfeld, auch Alex war als Stürmer gut eingebunden. Auf den Außenpositionen war mit Mario und Fabi auch ordentlich Betrieb, sodass zu einer perfekten Halbzeit nur eins, oder auch gerne zwei oder drei fehlte: Tore.

Beste Chancen ließen Nino und Alex aus, als sie jeweils alleine aufs Tor liefen, aber entweder weit links (Nino) oder brav in die Torhüterarme (Alex) zuckelten. Bitter. Selbst der Dreifachwechsel sorgte in Hälfte eins nur für kurze Unruhe, der THC blieb dominant bis zum Schluss, ohne große Chancen zuzulassen. So wurde „Wir müssen uns nur noch belohnen“ zur wiederholten Halbzeitformel.

Doch, und auch das gehört zu einer misslungenen THC-Partie, gerade dann, wenn es mal gut läuft, kassieren wir bittere Tore. Dieses Mal: Ein von Medizin sauber zu Ende gespielter Konter über Rechtsaußen und in die Mitte. Alex und der neue Rechte Ben traten gegen drei Gegner an, konnten den Treffer in den Winkel aber nicht verhindern. Anschließen kehrte die bekannte Fahrigkeit zurück, auch die Schiedsrichterleistungen sorgten für schlechte Laune. Zwar pfiff er vieles korrekt, in den kleinlichen 50-50-Situationen aber hieß es doch häufiger für Meidzin als für uns. Doch auch das ist ein altbekanntes Problem: Die Unruhe, die dann aufkommt, können nur wir selbst in den Griff bekommen.

Der THC rannte dann an. Das intensiv einstudierte Kurzpassspiel wurde zunehmend den langen Bällen geopfert, doch Chancen durch Alex Raack, Mario, und Fabi landeten drüber oder in den Händen des Keepers, sodass sich das 0:1 immer weiter abzeichnete. Als dann ein relativ deutlicher Volleyballbagger eines Mediziners im Strafraum ohne Folgen blieb, wollte niemand mehr so recht an den Sieg glauben. Tanjas Kneipe freute sich über regen Durst und Redebedarf.

Was bleibt?

  • Der THC kann 150 von 180 Minuten dominieren und trotzdem zwei Spiele verlieren.
  • Der klare Blick auf die Tabelle: Drei Spiele, 2:5 Tore gegen direkte Konkurrenten, zwei 0:1-Winkeltor-Niederlagen.
  • Doch die Tabelle zeigt auch, dass sich mit Polonia ein Aufsteiger ganz oben befindet, die Lions nur einen Punkt haben, dass sich die Liga also noch sortiert. Natürlich wären da Punkte für uns auch nicht schlimm, doch die gezeigten Leistungen, insbesondere das sichere Defensivspiel und die erfreulich hohe Zahl an Passstationen machen Mut für den anstehenden Herbst.
  • Nun ist zwei Wochen Zeit, die Verletzten der ersten Wochen wieder mitaufzunehmen und sich wieder zu sammeln. Als Aufbauspiel folgt dann das immer brenzlige Auswärtsduell im Prenzlauer Berg.

Kommentar schreiben