9. September, 2016
#rn3
1. KF

1. KF eine Runde weiter im Pokal

THC 1.KF vs. Herhie Internationale/Akazie, 09. 09. 2016

Robert

Sven

Martin

Mille

Bomba

Kästi

Brodi

Endstand: 5:0 (2:0)

Tore:

  • 1:0 Tobsen (Vorlage Mille)
  • 2:0 Robert (Vorlage Martin)
  • 3:0 Martin (Vorlage Robert)
  • 4:0 Sven (Vorlage Martin)
  • 5:0 Martin (Vorlage Robert)

Bank:

Micha, Remo, Tobsen

Spielort:

Lobecksportplatz

Spielbericht:

Der THC präsentierte sich zum Pflichtspiel gleich in beeindruckender Frühform. Dabei sei angemerkt, dass zahlreiche Leistungsträger an diesem Freitagnachmittag nicht zur Verfügung standen. So musste der Herr Trainer auf  kurzfristig  ausgefallene oder sich noch im Urlaub befindende Spieler wie Goebbi, Ronny und Max sowie die Langzeitverletzten Jakob und den Dachs verzichten. Letztere gehören zu den laut Trainer Köbsch’s Aussage drei besten Akteuren der Truppe, welche in der Vorsaison dank einer beeindruckenden Rückserie mit Kreuzberger Tempofussball bis zur Berliner Vizemeisterschaft eilte. Zudem mussten die (offiziellen) Pflichtspieldebuts der Neuzugänge Burak und Seppl (kam nicht rechtzeitig aus dem Monaco-Urlaub zurück) verschoben werden. So war eine gewisse Unsicherheit unter den Zuschauern auszumachen. Würde die Mannschaft trotz der vielen Ausfälle und einer eher kurzen Vorbereitung die Form der abgelaufenen Saison zeigen können oder drohte hier ein Erstrundenaus gegen ein unterklassiges Team à la Werder Bremen?

Wer vor Anpfiff davon ausging, dass sich die angespannte Personalsituation und die Frage, wo die Mannschaft zu Saisonbeginn stünde, auf die 7 Mannen auf dem Rasen auswirken würde, sah sich getäuscht. Der THC übernahm vom Anpfiff weg die Kontrolle über das Geschehen. Dabei schien die Devise von Trainer Köbsch zunächst zu lauten, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und kontrolliert in die Nähe des gegnerischen Tores zu kombinieren. So schossen die Ballbesitzzahlen des Gastgebers zwar schnell an die 80%, doch konnte zunächst keine wirkliche Torgefahr ausgestrahlt werden, da der Gegner sich sehr eng gestaffelt vor dem eigenem Tor zeigte und es dem Spiel des THC an Breite mangelte.  Da der gegnerische Torwart schnell als Schwachstelle ausgemacht war, versuchte man es v.a. in Person von Mille mit Fernschüssen, ohne dabei allerdings zum Erfolg zu kommen. Dies sollte sich nach etwa 15 Minuten ändern: In einer Phase als Gegner Hertie die arge Passivität der Anfangsphase erstmals aufgab und versuchte seinerseits Druck nach auszuüben, nutzte der THC den sich öffnenden Raum zu einer sehenswerten Kombination. Hierbei wurde ein erprobtes Mittel der Vorsaison genutzt: Der Gegner wurde isoliert, zu zweit attackiert und nach dem Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie blitzschnell umgeschaltet. Das ging für die auf diesem Niveau unerfahrenen Akteure von Hertie deutlich zu schnell. Als diese sich noch auf den Weg zurück in die eigene Hälfte machten, zappelte die Kugel auch schon im rechten oberen Eck der Gäste, wo er mit einer Direktabnahme von Rekonvaleszent Tobsen hineingeschraubt wurde. Dem vorausgegangen war eine Kombination direkter Pässe des Trainers und Mille, welche die Zuschauer erstmals (soweit es ihnen aufgrund von Rücken- oder Knieproblemen möglich war) von den Sitzen riss. Trotz der Überlegenheit, welche die Kreuzberger ausstrahlten, war es allen Zuschauern an der Lobeckstraße klar, dass ein zweites Tor her musste, da auch der Gegner hin und wieder zu Torchancen kam und THC-Schlussmann Brodi forderten. Wirklich gefährlich wurde es zwar nie, dennoch war die Erleichterung bei Spielern und Anhang zu spüren, als der Trainer kurz vor der Halbzeit nach Vorlage von Capitano Martin zum verdienten 2-0 einschob. 

Das Fazit zur Halbzeit las sich also folgendermaßen: Der THC konnte den Ausfall zahlreicher Leistungsträger problemlos kompensieren und harmonierte in den ersten 45 Minuten der Saison bereits erstaunlich gut. Der Ball lief sicher in den eigenen Reihen und Spieler, deren Wert für die Mannschaft nicht primär in ihren Torjägerqualitäten liegt, wussten durch eiskalte Abschlüsse zu Überzeugen.  Erfreulich aus Sicht der Gastgeber war es außerdem, dass die ganz wenigen Unsicherheiten im Spielaufbau stets durch erhöhten Einsatz der Mitspieler wettgemacht wurden.

Nun aber hinein in den zweiten Durchgang: Auf ein eventuell verändertes und mit viel Schwung aus der Kabine kommendes Hertie wartete man vergebens. Stattdessen übernahm der THC sofort wieder die Kontrolle über das Spielgeschehen und lies Ball und Gegner geschickt laufen. So ergaben sich zwangsläufig weitere hochkarätige Torchancen, von welchen der Capitano schließlich eine nach Vorlage des Trainers zum vorentscheidenden 3-0 nutzte.  Mitnichten plätscherte das Spiel nun seinem Ende entgegen. Die Mannschaft des THC spielte sich gegen ein zugegeben müder werdendes Hertie in einen Rausch. Dabei war es beeindruckend, dass stets der Mitspieler gesucht wurde, anstatt dass jeder das eigene Tore-Konto nach oben schrauben wollte. Es ergaben einige reisbrettartig vorgetragene Kombinationen. Beispielhaft wurde Sven nach einer solchen vom Capitano freigespielt, freute sich über die Großzügigkeit der Gäste, welche 15m vor dem Tor maximal Geleitschutz gaben und schlenzte den Ball überlegt ins linke untere Eck.

Hertie wollte sich trotz des uneinholbaren Rückstands nicht aufgeben und versuchte wenigstens noch einen Ehrentreffer zu erzielen. Dabei scheiterten sie allerdings wie schon das ein oder andere Mal im ersten Durchgang am stets konzentriert wirkenden Brodi, sodass der Schlusspunkt dem Capitano höchst selbst vorbehalten war. Die erneute Vorlage des Trainers nutzte er zu seinem zweiten Treffer und schickt sich damit an, seine bereits beeindruckende Anzahl an Scorerpunkten aus der Vorsaison zu überbieten.

Was bleibt nun von diesem ersten Auftritt des Rückrundenmeisters aus der Vorsaison?

  • Der Ausfall wichtiger Leistungsträger kann dank eines breiten Kaders nahezu verlustfrei aufgefangen werden
  • Die harte Vorbereitung unter Kapitän Martin zahlt sich aus. Die Mannschaft war in der Lage über 90 Minuten das Tempo hochzuhalten. Dies könnte im Laufe der Saison eine entscheidende Komponente werden
  • Der THC überzeugte mit intelligentem Passspiel und ließ geschickt den Ball und Gegner laufen. Es scheint, als könnten die Kreuzberger einen Gegner sowohl dominieren als auch abwarten und Konter fahren
  • Der Weg Berliner Meisterschaft führt dieses Jahr auch über den THC

Trotz eines rundum gelungenen Saisonauftakts und des teilweise sehr ansehnlichen Spieles bleibt die Unsicherheit, wo das Team um Trainer Robert Köbsch zu Saisonbeginn wirklich steht. Um in dieser Frage Klarheit zu gewinnen, war der Gegner Hertie schlicht zu wenig in der Lage, den Gastgeber zu fordern. So darf zwar definitiv mehr als optimistisch auf den Ligastart geschaut werden, dennoch wird schon am kommenden Samstag gegen Aufsteiger Schnappes eine erneut sehr konzentrierte Leistung vonnöten sein, um die Euphorie der ersten Pokalrunde auch in die ersten Spiele der neuen Saison zu übertragen.

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