Aufstellung:

Alex
Liliom Dani Memo
Uwe Elmar
Kasi Stevie Bohne Frieder
Flo

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Sechs Buletten für Stefco

„Wir dürfen den Gegner heute keinesfalls unterschätzen, meine Herren. Wir treten an gegen eine kampfstarke Truppe, die alles tun wird um da unten raus zu kommen. Also, vor allem keine Überheblichkeit, auch wenn unsere Leistung zurzeit stimmt.“

Es lässt sich nur darüber spekulieren, was Jupp Heynckes seiner Mannschaft vor dem Spiel gegen die Hertha mit auf den Weg durch die Katakomben des Berliner Olympiastadions gab. Es mag eine Botschaft wie die obige gewesen sein. Neunzig Spielminuten später steht es 6:0 für die Münchner und ein wenig Überheblichkeit war schon dabei bei diesem Sieg, der das Bundesligatitelrennen weiterhin am Leben hält. Gleichwohl, sie gefährdete den Sieg der Bayern am Samstagabend nicht.

Etwa 11 Stunden zuvor sind alle Spieler der THC Ersten auf dem Sportgelände des VFL Tegel eingetroffen. Dort soll in Kürze das Freizeitlandesligaspiel zwischen N.K. Bugojno und dem Franziskaner FC stattfinden. Zweiter gegen Letzter. Man sieht in entspannte, lachende Gesichter, zwei Kisten Bier werden freundlich begrüßt und die Truppe blickt einem sonnigen Samstagmittag entgegen. Man könnte den Eindruck bekommen, das Spiel sei schon entschieden, so locker erscheint das Team. Die 12:2 Niederlage des heutigen Gegners vom vergangenen Spieltag trägt wohl nicht unwesentlich zur positiven Stimmung bei.

Wenig später stimmt der Coach dann die Mannschaft mit einer ähnlichen Rede ein wie die eingangs formulierte. „Nicht unterschätzen“, „Leistung anknüpfen“, „eigenes Spiel durchziehen“ sind die Schlagworte. Elmar möchte unbedingt eine Schmach wie im Hinspiel vermeiden, als es gegen den Tabellenletzten nur zu einem Unentschieden reichte. Der Trainer erreicht seine Männer. Alle sind jetzt hochkonzentriert und heiß auf die Partie.

Plötzlich klopft es an der Kabinentür. Ohne eine Antwort abzuwarten, lugt der Unparteiische ums Eck: „Tag, meine Herren. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass der Gegner nur mit 8 Spielern angereist ist. Einer von denen ist heute morgen Papa geworden, der kommt gerade mit einer Flasche Jägermeister aus dem Krankenhaus. Ich gebe Ihnen den Tipp, nicht zu viele Tore zu schießen, sonst haben die keine Lust mehr und brechen das Spiel ab.“ Dann verschwindet er wieder.

Alle blicken zu Elmar. Ein kurzer Augenblick der Verwirrung weicht schnell einem ansteigenden Gelächter. Jemand macht den Vorschlag, dann doch bitte fairnesshalber selbst nur mit 8 Mann anzutreten. Kann man diesen Gegner jetzt überhaupt noch ernst nehmen? Wieder klopft es. Ob wir noch Stutzen übrig hätten, vielleicht zwei Paar? Am besten weiße. Bugojno tut alles dafür, von uns unterschätzt zu werden. Ein fieser Trick?

Jägermeister, Vaterglück und 3 bis 4 Kilo runter

Auf dem Platz. Der THC ist bereits aufgewärmt, als nach 20 Minuten der erste (und für weitere 10 Minuten einzige) Bugojno-Spieler antrabt. Allerdings haben sich bis zum Spielbeginn 9 Kroaten zusammengefunden und das ist einer mehr als erwartet.

Dann gewinnt Käpt’n Bohne seinen ersten Zweikampf und sichert uns die Sonne im Rücken. Der Gegner stößt an und wird von Beginn an unter Druck gesetzt. Die Unterzahl macht sich deutlich bemerkbar, so dass die Partie zunächst nur in des Gegners Hälfte stattfindet. Nach einem Schubser des Verteidigers kommt Alex mit dem Rücken zum 16-Meterraum zu Fall, kann den Ball aber noch zu Liliom weiterleiten, der sofort in die Box eindringt und die Pille über den zu Boden gehenden Torwächter lupft. 1:0 in der 1. Spielminute. Es folgt Angriff auf Angriff. Wenige Minuten sind erst gespielt, als Frieder eine von unzähligen Offensivaktionen mit einer herrlichen Flanke in den 16er krönt. Alex und sein Gegenspieler steigen zum Kopfball und verpassen das Leder nur knapp, aber Liliom, der zum langen Pfosten geeilt war, schließt per Dropkick ins lange Eck ab. Das Tor wird allerdings nicht gegeben, der Schiedsrichter entscheidet auf Abseits. Natürlich eine Fehlentscheidung.

Im Anschluss gibt es einige Versuche der Kroaten, das Spiel vor das THC Tor zu verlagern, aber die Defensivabteilung um Bohne und Stevie ist auf Zack und alle Bemühungen der Kellerkinder prallen an den handwerklichen Skills der Innenverteidiger ab. Hier wird Beton angerührt.

Dann wieder der THC. Nach feiner Vorarbeit von Uwe schließt Dani in der 12. Minute mit einem satten Rechtsschuss zum 2:0 ab. Dem 3:0 durch einen platzierten, wenn auch nicht unhaltbaren Freistoß von Elmar geht ein Foul an Liliom voraus, der an der Grenze zum 16er gelegt wird. Zuvor hatte sich Frieder erneut in Roberto-Carlos-Manier auf der rechten Seite durchgetankt und den Ball mit viel Übersicht in den Rücken der Abwehr gelegt. Inzwischen ist eine Viertelstunde vorüber und die Kroaten haben noch nicht aufgegeben. Ein gutes Zeichen, denken wir. Wenig später kommt ohne gegnerische Einwirkung ein Bugojnist zu Fall. Erschöpft und schwitzend liegt er auf dem Rücken, man erkennt schnell, dass es sich um den Vater des Tages handelt, der mit dem Jägermeister. Sein Mannschaftskollege hilft ihm auf und erklärt, dass „so 3 oder 4 Kilo weniger“ seiner Gesundheit bestimmt zuträglich wären. Der Vater macht weiter, alle Kroaten machen weiter. Sie kommen sogar zu Chancen, nachdem Bohne sein einziges Duell des Spiels verliert, das aber ausgerechnet im 16er. Eine Tändelei, die man vom Käpt’n so gar nicht kennt. Gemeinsam können Stevie und Flo, der in seinen 2,3 Szenen souverän wirkt, den Anschlusstreffer jedoch verhindern.

Zwischenzeitlich verstärkt sich Bugojno mit einem weiteren Spieler und schaltet mit nunmehr 10 Mann immer häufiger auf Angriff, kommt aber nicht zwingend zu Torraumszenen.

Schenk mir noch einen ein, Brüderchen

Der THC ist weiterhin drückend überlegen, vergibt aber angetrieben von den unermüdlichen, stark aufspielenden Uwe und Frieder eine Chance um die andere. Alleine Memo hätte in den ersten 30 Minuten 3 Buden machen können. Auch Alex scheitert bis zur 27. Minute mehrmals am Abschluss, bis der Torsteher der Weißen einen Schuss von Elmar slapstickhaft über die Schulter hüpfen lässt, genau vor die Füße von Alex, der goldrichtig im 5er platziert das Geschenk dankend in Empfang nimmt. Nur 6 Minuten später rammt Dani einen exzellent getretenen Eckstoß von Elmar aus kurzer Distanz in die Maschen. Ein herrlicher Kopfball.

Das 6:0 kurz vor der Pause ist wieder so ein sehenswerter Treffer. Alex wird von Stevie steil geschickt und hat zunächst Mühe, den Ball zu kontrollieren. Der letzte Kroate versucht zu attackieren und beinahe verstolpert Alex die Chance. Dann aber zieht er vor der Box plötzlich mit rechts ab und knallt die Kugel in den Winkel. Eine Ähnlichkeit mit der gelegentlich ungelenk anmutenden, jedoch für den Gegner stets tödlichen Spielweise eines Mario Gomez ist unserem Stürmer nicht von der Hand zu weisen.

Starke Bank langweilt sich zu Tode

Als der Referee zur Pause bläst, freuen sich die auf der Bank mitfiebernden THCler schon auf ihren Einsatz in diesem zur Tordifferenzverbesserungspartie verkommenen Match. Jeder kann heute einen netzen, denken wohl alle, auch Basti, der im schicken orangenen Kurzarmjersey eine ebenso gute Figur macht wie in seiner Torwächterkluft. Wo wird Elmar ihn einsetzen? Falls er in die Sturmzentrale wechselt, müsste der ebenfalls von der starken Bank kommende Richie auf die Außenbahn ausweichen. Die dritte Option ist Markus, der vor seinem Debüt für die Erste steht. Ein Mann für die Verteidigung.

Doch noch bevor Elmar zur Pausenansprache schreiten kann, ertönt aus der gegnerischen Ecke ein Pfiff. Ende. Die Kroaten geben auf, bevor Schlimmeres geschehen kann. Zunächst sind wir kurz enttäuscht, freuen uns dann aber über Sonne, 6 Tore und 3 Punkte.

Oder um es mit Worten des neuen Präsi zu sagen: „Was für ein schöner Samstag!“

Die gewonnene Partie widmet die Mannschaft natürlich Mittelfeldmotor Stefco, der seinen gebrochenen rechten Mittelfuß gerade im Robocopschuh durch Barcelona wuchten muss. Gute Besserung!

Liliom

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