In Köpenick schreibt der Pokal keine eigenen Gesetze

14. October, 2016
spielberichte

Die ruhigen Köpenicker vs. THC 1. KF * 14. 10. 2016

#rn3

The Weasel

Max

Goebbi

Trinkser

Robert

Matze

Endstand: 2:9 (2:4)

Tore

  • 1:0 Köpenick
  • 1:1 Goebbi (Vorlage Trinkser)
  • 2:1 Köpenick
  • 2:2 #rn3 (Vorlage Micha)
  • 2:3 #rn3 (Vorlage Goebbi)
  • 2:4 The Weasel (Vorlage Goebbi)
  • 2:5 #rn3
  • 2:6 #rn3 (Vorlage Max)
  • 2:7 Goebbi (Vorlage The Weasel)
  • 2:8 Goebbi (Vorlage Robert)
  • 2:9 #rn3 (Vorlage Micha)

Karten

Bank

  • Bomba
  • Joszi
  • Micha

Auswechslungen

Zuschauer

  • Stuki
  • Richard
  • Edi
  • Jan

Spielort

Spielbericht:

Freitagabend und die 1. KF vom THC Franziskaner spielt Fußball – soweit nichts ungewöhnliches, doch beim Pokalspiel gegen „Die ruhigen Köpenicker“ stellte sich die ganze Situation dann doch etwas anders da. Während ich mich üblicherweise am Freitag gemütlich nach meinem Feierabend auf das Fahrrad schwingen kann, um mich vorbei am Görli und über den Kotti fahrend, auf den Weg zum Lobeck  mache, stellte sich die Organisation bei diesem Spiel schwieriger da. Anstoß um 18:30 Uhr, d.h. Treffpunkt um 17:45 Uhr – der geneigte Fan will ja auch gerne schon vor Anpfiff auf seine zwei bis drei Gerstensäfte kommen. Wie soll man es so zeitig auf den Sportplatz schaffen. Das Agenturleben im Berliner Medienbetrieb lässt solch einen Feierabend jedenfalls nur schwer zu. In Köpenick müssen sie wohl alle Beamte und Lehrer, bestenfalls beides, sein. So rollte ich konsequenterweise auch erst pünktlich zum Anpfiff im Schatten der Köpenicker Landstraße auf dem Sportplatz ein und musste damit auf meine Pre-Anpfiff-Biere verzichten. Bei der Anfahrt selbst überrascht es einen dann auch immer wieder, wie viele Häuser sich jenseits (also stadtauswärts) des Treptower Parks noch befinden. Eine Richtung und Region, die der Berlintourist maximal mit dem Dampfer erreicht, war aber heute nun mal als Austragungsort dieses Pokalspiels.  Die ganze Szenerie machte dem Namen unseres Gegners alle Ehre. „Die ruhigen Köpenicker“ tragen hier ihre Heimspiele aus und mussten als eine Mannschaft aus der Bezirksliga als krasser Außenseiter angesehen werden. Bereits die 2. KF vom THC machte es in dieser Saison bereits vor, wie man diese Mannschaft schlagen kann und so waren auch Edel-Aushilfe Edi und der Lokalmatador Jan von der 2.KF mit vor Ort, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Alle Anwesenden rechneten wohl mit einem klaren Sieg mit vielen Toren, doch der Start ging in bester 1.KF-Manier erstmal gründlich in die Hose. Wenige Momente nach dem Anpfiff führte ein katastrophaler Fehlpass vom Bauerverbandmitglied Göbbi und ein Ausrutscher von Torwart Matze zum frühen Gegentreffer. Den Ausrutscher von unserem Keeper kann man noch entschuldigen, da sich auf dem Platz gefühlt 50 % des Saharasandes befanden, aber der Fehlpass von Göbbi gehört in die Kategorie Sandro Wagner. Doch war es wohl auch dieser Fehlpass, der Göbbi in der folgenden Spielzeit zur vielen starken Szenen verhalf. Doch dazu später mehr. An der Seitenlinie war der Spielverlauf eher zweitrangig, da sich eine hitzige Diskussion über das Thema „SWAG“ aufkam.  So erklärte die Axt Micha Pahn unserem Edel-Edi und dem Lokalmatador Jan, der wohl direkt hinter der angrenzenden Hecke wohnt, die verschiedenen Facetten vom „SWAG“. Wie auf Bestellung trottete unser Cloppenburger Stucki auf den Sportplatz, der von Micha P. folgerichtig als mittelschweres SWAG-Beben bezeichnet wurde. Damit sollte auch dem letzten klar geworden sein, was es mit dem SWAG auf sich hatte. Das ausgerechnet unser Lehrer es auch nicht pünktöoch zum Anpfiff schaffte, liegt in der Ironie der Sache. Auf dem Platz lief es in den Folgeminuten nicht wirklich besser. Auf den Ausgleich durch den jetzt stark aufspielenden Göbbi, folgte der erneute Rückstand. Allerdings sind wir nach dem starken Saisonstart mit so einem Selbstbewusstsein ausgestattet, dass man zu jeder Zeit das Gefühl hatte, hier am Ende klar zu gewinnen.  Dieses Gefühl verflüchtigte sich auch nicht, als „Die ruhigen Köpenicker“ einige Großchancen liegen ließen.  Und so kam es wir es kommen musste: nachdem #rn3 einige Male mit seinen Schüssen beim gegnerischen Verteidiger hängen blieb, leitete er mit seinem Doppelpack zum 2:2 und 3:2 die Wende in diesem Spiel ein. Am Ende trug sich unser Brasilienfreund mit fünf Treffern in die Torjägerliste ein. Dass ein Hertha-Fan eine dermaßen hohe Torgefahr ausstrahlen kann, ist eines der vielen Fußballgeheimnisse. Bis zum Halbzeitpfiff stellte der THC auf 4:2, was u.a. durch 2 Vorlagen und ein Tor von Göbbi bewerkstelligt wurde. Wenn es danach geht, kann er gerne immer einen Katastrophenfehlpass am Anfang spielen. Beim Halbzeitpfiff war die Stimmung dementsprechend gut. Stucki, Edi und ich freuten uns auf das verdiente Bier in der Vereinskneipe und die Spieler wussten eigentlich, dass hier heute nichts mehr schief gehen kann. Die Ernüchterung folgte dann am Ende des langen Weges zur Kabine: die Vereinskneipe hatte schon zu und der Trainer meinte, hier sei noch gar nichts gewonnen. Doch wie die 1.KF in dieser Saison mit solchen Überraschungen umgeht ist schon stark.

Während wir uns einfach am mitgebrachten Kasten des polnischen Bieres Zywiec bedienen und die Flaschen vom Deckel befreien, macht #rn3 mit zwei schnellen Toren in der 2. Halbzeit auf dieses Spiel den Deckel drauf. Diese Erkenntnis hatte auch spätestens jetzt der Gegner, der voll auf Schadensbegrenzung ging und versuchte weitere Gegentreffer zu vermeiden. Dies gelang so mittel. Am Ende stand es 9:2 für uns und dabei gibt es auch nur noch zwei Geschichten zu erzählen. Dass es nicht zum zehnten Treffer und damit zur Flasche Mollinari gekommen ist, ist der eigentliche Skandal des Abends und war nur mithilfe einiger Verweigerer zu schaffen.  In bester Sitti-Manier wurden da die hochkarätigen Chancen vergeben. Anderseits gab es noch einen Lichtblick. Der Treffer zum 8:2 kann als Grund herhalten, warum wir bei jedem Training gefühlt stundenlang 4 gegen 2 Spielen, wobei jeder Tunnel frenetisch bis ketzerisch bejubelt wird. Der Trainer hat den Ball an der gegnerischen Grundlinie und stupst den Ball gekonnt durch die Hosenträger seines Gegenspielers. Pass auf Göbbi – Tor! Schön anzusehen und stark von draußen beklatscht – vor allem da beim Trainer an diesem Tag so viel zusammen lief wie beim HSV.

Fazit: Pflichtaufgabe erfüllt und in die nächste Runde eingezogen. Am 21.11 geht es zum nächsten Pokalauswärtspiel zu BSG Ideal Lebensversicherung. Ein Spruch zu diesem Mannschaftsnamen verkneife ich mir jetzt…

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