Franzis Geschichte

Der Franziskaner, wie wir ihn in seiner Form jetzt kennen, hat seine Wurzeln Anfang 1980. Also mitten in der ersten Hausbesetzungswelle und mitten in der Punkzeit. Der dicke Eddy (†), Pancho (†) und der Schwarzwälder Johnny führten gemeinsam die Kneipe. Zwei bis 3 Jahre später übernahm dann Ute den Laden, welche auch bis heute ab und zu mal ihre alte Kneipe besuchen kommt. Nach diesem kurzen Intermezzo übernahmen Heidi (†) und Danny (die Eltern von Lisa) am 1.September 1984 den Franzis. Nacheiniger Zeit führte unsere Ex-Präsidentin Heidi das Geschäft alleine weiter und unter ihrer Ägide fiel der Startschuss und die Geburtsstunde des THC.

In den Anfangszeiten war es üblich, dass die Kneipe schlichtweg geschlossen war oder wurde, wenn der THC-B seine Heimspiele auf dem Waldeck austrug, und die Stammkundschaft zum Fanclub avancierte. Der Franziskaner war der THC, und der THC war im Franziskaner! Unter diesem Motto war die Spielunke nach den Spielen prall gefüllt und die Fans und Kicker ebenso. Das Hinterzimmer wurde zur Clubräumlichkeit, wobei zuerklären ist, dass sich die Ausmaße der Kneipe unter Heidis Regentschaft vergrösserten, da irgendein An- und Verkaufsladen nebenan im Haus dazukam. Apropos Hinterzimmer- dort ratzten doch ab und zu Kleinkinder im Trikotkoffer, währenddessen sich deren Eltern am Tresen mit Schlummergetränken beschäftigten. Das veranschaulicht die tiefe Symbiose zwischen Verein und Kaschemme in den good old days. Der Franzis war endgültig zum Dreh- und Angelpunkt des Vereins geworden, als Treffpunktvor und nach den Spielen, als Tagungsort der Jahreshauptversammlungen mit und ohne Alkoholverbot, als Sizungsort der Vorstände und Turnierplaner oder allgemein als Feierzone.

Im September 1997 hatte Heidi die Faxen dicke und übergab nach 13 Jahren als Chefin unserem THCler und Gründungsmitglied Sale den Laden. Nach 4 Monaten Bewirtschaftung schloss Sale den alten Franziskaner zwecks Renovierung und Sanierung der Räumlichkeiten.In den nächsten 3 Monaten diente der „Trinkteufel“ dem Fussballverein als Ausweichmöglichkeit oder Exil. Am Karfreitag 1998 eröffnete Sale die Kneipe mit einer rauschenden Freibier-Party wieder und seitdem heisst sie „Zum Franziskaner“. Die letzten Jahre bescherten uns unglaubliche und unvergessene Highlightsim Franziskaner. Die Meisterschaftsfeiern der Ersten 1995+ 2009 und der Zweiten 2010, sowie die legendären-alljährlichen THC-Jahresendfeiern bis in die frühen Morgenstunden und natürlich die ganzen Festivitäten im Jubiläumsjahr in und um den Franzis.

Kennzeichnend für die Jahre nach dem 25 – jährigen Jubiläum war innerhalb des Vereins eine Verjüngung des Vorstandes und damit verbunden auch neuen Ideen und Aktivitäten um das Franzis.  Die Idee des THC – Stammtisches führte dazu das im Franzis vermehrt Themenabende, Billard- und Darmturniere, Bingoabende durchgeführt wurden. In diesen Zeitraum konnten wir auch die 1.Kleinfeld als neues Team dazu gewinnen, was in zwei Meisterschaften (2014 und 2015) mündete, die prompt im Franzis begossen wurden. Es waren schöne Zeiten, ein buntes treiben, durchzechte Nächte, wilde Party, die dann aber ein abruptes Ende fanden.

Denn beendet wurde diese Ära durch den Tod des Chefs und unseres Gründungsmitglieds Sale im Sommer 2015 nach schwerer Krankheit. Es war zu erkennen, dass in und um das Franzis Veränderungen stattfinden mussten, doch mit dem plötzlichen Tod von Sale änderte sich die Situation schlagartig.

Für einen Zeitraum von mehreren Monaten war das Franzis zu, der THC heimatlos und auf der Diaspora .Dies betraf nicht zwingend die sportlichen Aktivitäten des THC, wohl aber die zwischenmenschlichen und die sozialen Kontakte. Einmal mehr wurde deutlich, wie sehr uns dieser Laden fehlt, wie sehr das Franzis die Heimat des THC’s ist.

„Das Franzis ist also mehr als nur eine Vereinskneipe, es ist der Raum den wir zum Atmen brauchen. Denn ohne das Franzis würde es diesen Verein nicht geben und ohne den Verein, wäre die Stimmung in dieser Kneipe nicht so familiär und liberal.“

Für eine lange zeit hieß es  – Quo Vadis Franzis? Quo Vadis THC?

Back to the roots hieß es dann als Lisa ,Tochter von Heidi und Danny, ihr Interesse beim Vermieter hinterlegte, den Laden zu übernehmen. Nach langen Verhandlungen kam es dann im Februar 2016 zur der Entscheidung, dass sie den Laden bekommt, neue Geschäftsführerin wird und die Geschichte von nun an fortgeschrieben werden kann.

Wir sind gespannt auf die nächsten Monate… getreu dem 2015er Jahresotto des THC – Let’s push things forward.

Quelle: Auszüge aus dem Jubiläumsbuch „25 Jahre THC Franziskaner FC- 1987-2012“ und Erinnerung von James und Bohne